Hardware Ladestation

Bidirektionales Laden kann über AC- oder DC-Ladestationen erfolgen. 
Die dahinterliegenden Konzepte sind jedoch unterschiedlich - beide Varianten haben ihre spezifischen Vor- und Nachteile bzw. Anforderungen.


Bidirektionales AC-Laden:

Beim bidirektionalen AC-Laden befindet sich der Wechselrichter im Fahrzeug (Onboard-Charger). Dies ermöglicht eine einfache und kostengünstige Ladeinfrastruktur, da keine spezielle Hardware in der Ladestation erforderlich ist. Der Nachteil liegt jedoch in höheren Fahrzeugkosten, begrenzter Lade- und Entladeleistung sowie in der fehlenden Einheitlichkeit der Netzanschlussbedingungen („Grid Codes“).

Da sich der Wechselrichter im Fahrzeug befindet, muss dieses sicherstellen, dass die Einspeisung den jeweils gültigen lokalen Netzanschlussbedingungen entspricht. Da Fahrzeuge mobil sind und an verschiedenen Orten laden oder einspeisen können, stellt die standortabhängige Einhaltung dieser Grid Codes eine erhebliche Herausforderung dar. In der Praxis wäre dafür eine automatische Erkennung des Netzgebiets und eine dynamische Anpassung der Netzparameter erforderlich – ein standardisiertes Verfahren dafür existiert derzeit jedoch nicht. Eine regelkonforme Einspeisung über AC-Laden ist daher aktuell nur eingeschränkt möglich und stellt eine offene regulatorische Fragestellung dar.

Typische Einschränkungen:

  • Mindestleistung: 1,4 kW (1-phasig) bzw. 4,1 kW (3-phasig)
  • keine stufenlose Leistungsregelung → eingeschränkte PV-Überschussnutzung


Bidirektionales DC-Laden

Beim bidirektionalen DC-Laden befindet sich die Leistungselektronik (Gleich- und Wechselrichter) in der Ladestation. Dadurch wird diese teurer, ermöglicht jedoch höhere und flexiblere Lade- und Entladeleistungen als AC-Systeme. Die Preise solcher Ladestationen lagen bislang über 5.000 €, werden jedoch voraussichtlich auf etwa 2.000 – 4.000 € (bei rund 11 kW Leistung) sinken. DC-Systeme sind in der Regel ISO 15118-20 fähig und eignen sich besonders für professionelle V2G- und V2H-Anwendungen.

Für die kommenden Jahre zeichnen sich mehrere seriennahe Lösungen ab, so vermarktet beispielsweise MOON (Marke der Porsche Holding Salzburg) eine unter dem Label „MOON Power“  bidirektionale Ladestation, die zunächst V2H-Funktionalität für alle MEB-Fahrzeuge mit 77 kWh-Batterie unterstützen soll (VW Konzern Fahrzeuge und Ford Fahrzeuge).